Pressecommuniqué 25. Januar 2017


medien für alle: „Gesellschaftlich rentiert die Wochenzeitung L‘Hebdo“

 

Mit der Schliessung des Hebdo verliert die Romandie eine ihrer wichtigsten wöchentlichen Informationsquellen. Dass das Wochenmagazin über eine bedeutende Leserschaft verfügt, ist für den multinationalen, deutsch-schweizerischen Ringier/Axel Springer Trust kein entscheidendes Kriterium. Die Besitzer des Hebdo messen Erfolg am Profit, und dieser ist abhängig von einem nicht mehr profitablen Anzeigenmarkt. Mit dem Todesurteil für das Wochenmagazin verschwindet viel journalistisches Know-how und ein Stück Identität einer ganzen Region.

 

Es ist dringend nötig, die Rentabilität der Presse an einem grösseren - gesellschaftlichen, politischen und kulturellen – Massstab zu messen. So betrachtet rentiert L’Hebdo nämlich sehr wohl. Wenn als Folge der Digitalisierung die Werbeeinnahmen zu den grossen Playern ins Internet abwandern, so wird die Öffentlichkeit diese Mittel auf die eine oder andere Art ersetzen müssen. Die kulturelle und politische Schweiz muss anfangen, alternative Lösungen zur Rettung der Presse zu finden und bereitzustellen.

 

Im aktuellen Fall heisst das: Kantone und öffentliche Einrichtungen müssen einen Notfallfond zur Rettung des Hebdo einrichten, als Übergangslösung zwischen dem jetzigen Verlegermodell und einem Beteiligungs- oder Vereinsmodell, um die Publikation für die Leserschaft und Region zu erhalten.  

 

médias pour tous – medien für alle – media per tutti ist ein 2016 ins Leben gerufener, nationaler Zusammenschluss von Filmschaffenden und JournalistInnen. Er steht allen offen, die sich Gedanken machen um die Zukunft der Schweizer Medienvielfalt und den medialen Service Public.

 

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